Asbest in der Nachtspeicherheizung: Gefahren, Erkennung und fachgerechte Entsorgung
Ausbau und Entsorgung nur von Profihand erlaubt
Vorsicht in älteren Gebäuden!
Baujahr als Indiz
Nachtspeicherheizungen bzw. Nachtspeicheröfen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren enthalten häufig asbesthaltige Materialien. Bei Beschädigung oder unsachgemäßem Ausbau können gefährliche Asbestfasern in die Raumluft gelangen, die Asbestose, Lungenkrebs oder Mesotheliome verursachen können. Millionen Gebäude sind heute noch davon betroffen. Wir zeigen, wie diese Geräte identifiziert werden, welche Sicherheitsrisiken bestehen und wie eine fachgerechte Entsorgung zur Vermeidung schwerer gesundheitlicher Spätfolgen erfolgt.
Inhalt
- Bei asbesthaltigen Nachtspeicherheizungen bzw. Nachtspeicheröfen ist höchste Vorsicht geboten!
- Welche asbesthaltigen Komponenten können in Nachtspeicheröfen stecken?
- Wenn Asbest aus der Heizung nach außen dringt, wird es gefährlich
- Asbest erkennen: Das Baujahr als einer der entscheidenden Hinweise
- Professionelle Entsorgung: Kosten, Ablauf und zertifizierte Betriebe
- Mit der AsbestBusters GmbH alte Nachtspeicherheizungen sicher entsorgen
Bei asbesthaltigen Nachtspeicherheizungen bzw. Nachtspeicheröfen ist höchste Vorsicht geboten!
In älteren Gebäuden kann bereits das Öffnen der Heizungsklappe einer Nachtspeicherheizung oder das Bohren in deren Nähe gefährliche Asbestfasern freisetzen. Denn Asbest findet sich sehr häufig im Inneren dieser Geräte – meist als Dämmmaterial zwischen den Speichersteinen, als Isolierung im Gehäuse oder in Dichtungen, Dämmplatten und Asbestpappe an der Wand. Werden diese Stoffe bei Sanierungen, Renovierungen oder Reparaturen unsachgemäß entfernt, können die feinen Asbestfasern in die Raumluft gelangen. Wenn diese eingeatmet werden, können sie noch Jahrzehnte später schwere Erkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs oder Mesotheliome auslösen.
Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 legen daher strenge Vorschriften für den Umgang mit asbesthaltigen Materialien fest. So dürfen Arbeiten an schwach gebundenem Asbest nur von zugelassenen Fachbetrieben durchgeführt werden – private Eigenleistung ist hier ausnahmslos verboten. Und auch bei fest gebundenem Asbest sind mechanische Bearbeitungen wie Bohren, Schleifen oder Brechen nur unter strengsten Schutzauflagen erlaubt. Diese sind von Heimwerkern in der Regel nicht fachgerecht umsetzbar.
WICHTIG: Bei asbesthaltigen Nachtspeicherheizungen bzw. Nachtspeicheröfen sind Eigenleistungen – unabhängig von der Bindungsart – ohnehin grundsätzlich verboten.
HINWEIS: Trotz des seit 1993 in Deutschland geltenden Asbestverbots sind schätzungsweise noch 4,5 Millionen Nachtspeicherheizungen in ca. 1,5 Millionen Haushalten in Betrieb – der Großteil davon mit asbesthaltigen Bauteilen. Die Dunkelziffer bei stillgelegten, aber noch verbauten Geräten ist deutlich höher.
Welche asbesthaltigen Komponenten können in Nachtspeicheröfen stecken?
Nachtspeicherheizungen aus den 1960er- bis 1970er-Jahren enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Asbest. Auch Geräte aus den frühen 1980er-Jahren können noch belastet sein. Asbestfrei sind erst Heizungen ab dem Baujahr 1984. Da viele Hersteller jedoch Restbestände verarbeiteten, gilt bei Unsicherheit immer: vom Fachmann prüfen lassen!
Die Bestandsspitze lag um 1992 bei etwa 10,5 Millionen Geräten. Bislang wurden aber erst knapp 60 Prozent davon demontiert und entsorgt.
Die folgende Liste umfasst alle relevanten asbesthaltigen Komponenten, die bis heute in Nachtspeicheröfen vorkommen können:
Dämm- und Isoliermaterialien
- Wärmedämmung zwischen den Speichersteinen (meist als Matten oder loses Material)
- Isolierung im Gehäuseinnern, an Türen und Lüftungsklappen
- Dichtungsbänder an Wartungsöffnungen
Bauteile und Befestigungen
- Brandschutzplatten im Innenbereich
- Asbestzement-Teile an der Rückwand oder im Sockelbereich
- Dichtungskitte an elektrischen Durchführungen
- Asbestpappe an der Wand hinter dem Gerät
INFO: Ein ursprünglich für 2013 geplantes Verbot von Nachtspeicherheizungen wurde gekippt – die Geräte sind weiterhin zulässig. Das entbindet Hauseigentümer jedoch nicht von der Pflicht, asbesthaltige Geräte fachgerecht zu entsorgen, sobald sie ausgebaut werden.
Wenn Asbest aus der Heizung nach außen dringt, wird es gefährlich
Asbest in Nachtspeicherheizungen stellt nicht grundsätzlich eine sofortige akute Gefahr dar. Entscheidend ist vielmehr der Zustand des Geräts. Solange das Gehäuse intakt und vollständig geschlossen ist – ohne Risse, Brüche oder Abplatzungen – besteht kein akutes Risiko, da die asbesthaltigen Bauteile im Inneren sicher eingekapselt sind.
Bei Beschädigungen wie Rissen, gebrochenen Fugen oder verformten Klappen können jedoch Asbestfasern austreten und durch das Heizungsgebläse im Raum verteilt werden. Besonders gefährlich sind Demontage, Reparaturversuche oder das Öffnen des Geräts. Eigenhändiges Zerlegen führt in der Regel unweigerlich zu einer massiven Freisetzung gesundheitsschädlicher Asbestfasern.
Zudem ist das Reinigen mit herkömmlichen Staubsaugern mit einem hohen Risiko verbunden, da handelsübliche Filter die Fasern nicht zurückhalten und diese stattdessen in der Raumluft verteilen. Und was oft ein wenig „unter dem Radar“ fliegt: Asbesthaltige Nachtspeicheröfen dürfen unter keinen Umständen über den Sperrmüll, Hausmüll oder Bauschutt entsorgt werden.
TIPP: Wenn Sie versehentlich Staub von einer verdächtigen Heizung eingeatmet haben, verlassen Sie sofort den Raum, wechseln Sie die Kleidung und duschen Sie gründlich. Weitere Informationen in unserem Beitrag „Soforthilfe bei Asbest: Was tun, wenn Asbest eingeatmet wurde?.“
Asbest erkennen: Das Baujahr als einer der entscheidenden Hinweise
Am äußeren Erscheinungsbild oder Geruch eines Nachtspeicherofens lässt sich nicht feststellen, ob Asbest enthalten ist. Grund: Asbestprodukte sind kaum mit bloßen Auge zu erkennen. Absolute Gewissheit bietet in der Regel nur ein professioneller Asbest-Test.
Die folgenden Merkmale helfen bei jedoch bei der Ersteinschätzung:
- Baujahr: Der wichtigste Anhaltspunkt – alle nach 1984 produzierten Geräte gelten als asbestfrei.
- Betroffene Modelle: Eine Belastung tritt vorwiegend bei Geräten vor 1977 auf, vereinzelt sind auch Fabrikate bis 1984 betroffen.
- Typenschild: Angaben zu Modell, Marke, Seriennummer und Baujahr ermöglichen eine gezielte Nachprüfung.
- Geräteunterlagen: Kaufbelege oder Handbücher enthalten oft das exakte Baujahr.
- Asbest-Listen: Online-Datenbanken (z. B. de) führen Listen mit betroffenen Gerätenummern.
- Herstelleranfrage: Anfragen unter Angabe der Gerätedaten geben oft Aufschluss über die Materialbeschaffenheit.
- Laboranalyse: Eine Materialprobe durch ein zertifiziertes Fachlabor liefert rechtssichere Ergebnisse (kostenpflichtig).
Bei älteren Geräten ohne klare Kennzeichnung ist vorsichtshalber von einer Asbestbelastung auszugehen. Eine eigenständige Probenentnahme ist aufgrund der hohen Gefahr einer Faserfreisetzung strikt zu unterlassen und muss zwingend einem zertifizierten Fachbetrieb überlassen werden.
Professionelle Entsorgung: Kosten, Ablauf und zertifizierte Betriebe
Besteht Verdacht auf Asbest in der Nachtspeicherheizung, müssen alle Eigenarbeiten sofort gestoppt werden. Der Raum um das Gerät ist abzusperren – idealerweise sollten alle Türen und Fenster geschlossen werden. Zu vermeiden ist außerdem Zugluft, die die Fasern verteilen könnte.
So läuft die professionelle Asbestsanierung einer Nachtspeicherheizung ab:
- Fachgerechte Probenahme: Ein zertifizierter Fachbetrieb entnimmt unter Schutzmaßnahmen kleine Materialproben. Diese werden in einem akkreditierten Labor auf Asbestfasern untersucht. Die Laborergebnisse sind rechtssicher.
- Sanierungsplan und behördliche Anmeldung: Bei positivem Befund erstellt der Fachbetrieb einen detaillierten Sanierungsplan. Die Arbeiten werden in der Regel vorab bei der zuständigen Behörde angezeigt.
- Hermetische Abschottung und Nassverfahren: Der Arbeitsbereich wird mit Folien und Schleusen luftdicht abgetrennt. Unter Unterdruck wird die Heizung im staubbindenden Nassverfahren demontiert.
- Demontage und Entsorgung: Die asbesthaltigen Bauteile werden fachgerecht entfernt, in speziellen Big-Bags verpackt und einer Sondermülldeponie zugeführt.
- Freimessung und Wiederfreigabe: Ein unabhängiges Labor führt eine Freimessung der Raumluftdurch (Grenzwert: 0,01 Faser pro cm³).
Kosten: Eine Laboranalyse mit Probenahme kostet etwa 100 bis 300 Euro. Die fachgerechte Demontage und Entsorgung einer einzelnen Nachtspeicherheizung liegt in der Regel bei etwa 300 Euro pro Gerät – bei mehreren Geräten sinken die Stückkosten. Allgemeine Informationen zu den Kosten der Asbestsanierung finden Sie im Beitrag „Asbest entsorgen lassen: Kosten, die sich in jedem Fall auszahlen – und sich per Förderung senken lassen!„
INFO: Die unsachgemäße oder illegale Demontage von Asbest kann als Ordnungswidrigkeit oder Straftat gewertet werden. Es drohen empfindliche Strafen (Bußgelder bis zu 50.000 Euro oder mehr) sowie in schweren Fällen Freiheitsstrafen. Auch private Vermieter haften für Schäden ihrer Mieter, wenn sie Asbestarbeiten nicht fachgerecht durchführen lassen.
Mit der AsbestBusters GmbH alte Nachtspeicherheizungen sicher entsorgen
Ein zertifizierter Fachbetrieb wie die AsbestBusters GmbH arbeitet streng nach TRGS 519 und GefStoffV. Zur Standardausrüstung gehören HEPA-Filter, Schutzanzüge, Vollmasken sowie Unterdruckgeräte. Die Sanierung erfolgt im staubbindenden Nassverfahren bei hermetischer Abschottung. Der Betrieb übernimmt die behördliche Anmeldung, dokumentiert alle Schritte lückenlos und veranlasst eine abschließende Freimessung durch ein unabhängiges Labor.
Professionelle Asbestsanierungen sind übrigens indirekt förderfähig: Die Arbeitskosten können als Handwerkerleistung gemäß § 35a EStG steuerlich geltend gemacht werden (20 Prozent der Lohnkosten, maximal 1.200 Euro pro Jahr). Alternativ kommt in bestimmten Fällen eine Anerkennung als außergewöhnliche Belastung in Betracht. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind Kosten für die Asbestsanierung zudem als notwendige Begleitmaßnahme im Zuge einer energetischen Sanierung (beispielsweise beim Heizungstausch) förderfähig.
Die AsbestBusters analysieren, sanieren und entsorgen sicher – zum Schutz Ihrer Familie.
DISCLAIMER
Die in diesem Beitrag dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte (inkl. der genannten Kosten). Insbesondere bei rechtlich relevanten Fragen zur Gefahrstoffverordnung, TRGS 519 und möglichen Übergangs- oder Einzelfallregelungen sollte stets eine qualifizierte Fachperson oder Rechtsberatung hinzugezogen werden. Für Entscheidungen, Maßnahmen oder Schäden, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen oder verursacht werden, wird – soweit gesetzlich zulässig – keine Haftung übernommen.
