Asbestbusters

Demontage und Entsorgung fest gebundener Asbestprodukte

Fest gebundene Asbestprodukte: Ein unterschätztes Risiko

Die Entsorgung von fest gebundenen Asbestprodukten erfordert Fachwissen und spezielle Maßnahmen, um die Gesundheitsrisiken zu minimieren. Wer also beispielsweise Asbestzementplatten oder Rohrisolierungen in seinem Haus entfernen und entsorgen muss, sollte sicherheitshalber einen spezialisierten Fachbetrieb beauftragen – auch wenn das im Falle fest gebundener Asbestprodukte nicht zwingend gesetzlich vorgeschrieben ist.

Inhalt

Zwischen den 1950er und 1990er Jahren wurden in Deutschland etwa 4,35 Millionen Tonnen Asbest importiert, wovon mehr als 70 Prozent für die Herstellung von Baustoffen wie Rohren, Fassadenverkleidungen und Dacheindeckungen verwendet wurden. Obwohl Asbest aufgrund seiner feuerfesten, verschleißresistenten und zugfesten Eigenschaften sehr beliebt war, ist es hierzulande seit 1993 verboten. Denn die Risiken für die Gesundheit sind beträchtlich, wie man heute weiß. So kann das Einatmen von Asbestfasern Lungenkrebs, Asbestose und Mesotheliom verursachen. Nähere Informationen dazu finden sich in der TRGS 519 und der GefStoffV.

Da Asbestfasern mit bloßem Auge in der Regel nicht zu erkennen sind, gelten sie als unsichtbare Gefahr, die wegen ihrer über Jahrzehnte währenden Latenzzeit lange bestehen bleibt. Die IG Bau geht davon aus, dass bis zu 9,4 Millionen Wohnhäuser von dieser „Altlast“ betroffen sind.

Unterschieden werden schwach gebundene und fest gebundene Asbestprodukte.

Was sind fest gebundene Asbestprodukte?

Fest gebundene Asbestprodukte unterscheiden sich wesentlich von ihren schwach gebundenen Gegenstücken. Hier sind die Asbestfasern in einer stabilen Bindematrix fest verankert, was ihre Freisetzung erschwert. Zu typischen fest gebundenen Asbestprodukten zählen Asbestzementplatten, Rohrisolierungen und Asbestrohre.

Von fest gebundenen Asbestprodukten geht bei normaler Nutzung keine Gefahr für die Gesundheit aus. Denn solange sie in Ordnung und gebrauchstauglich sind und keinen thermischen oder mechanischen Einwirkungen ausgesetzt sind, werden für gewöhnlich keine lungengängigen Asbestfasern freigesetzt. Sie dürfen grundsätzlich auch von Privatpersonen demontiert und entsorgt werden. Werden die betreffenden Baustoffe bei Umbau-, Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten allerdings beschädigt oder unsachgemäß behandelt, besteht auch hier ein erhebliches Risiko!

Hinweis: Wenn ein Wohngebäude vor 1993 errichtet wurde, sollten bei privaten Arbeiten im Haus wie beispielsweise dem Bohren von Löchern in Wänden oder dem Herausbrechen alter Baustoffe unbedingt ausreichende Schutzmaßnahmen ergriffen werden!

Wann müssen fest gebundene Asbestprodukte entfernt werden?

Asbesthaltige Produkte mit fest eingebundenem Asbest sollten nur bei dringendem Bedarf entfernt werden, da das Ausbauen oder Entfernen, wie oben erwähnt, das Risiko der Faserfreisetzung birgt. Und anders als bei schwach gebundenem Asbest im Innenraum besteht auch keine generelle Sanierungspflicht, da funktionstüchtige eingebaute Asbestprodukte dieser Machart normalerweise keine Gesundheitsgefahr darstellen.

Die Demontage ist nur dann erforderlich, wenn sich dies aus einer negativen Bewertung des baulichen und technischen Zustands des betreffenden Objekts ergibt. So zum Beispiel bei stark verwitterten Fassaden- oder Dachplatten oder bei bereits lose oder beschädigt vorliegenden asbesthaltigen Bodenbelägen in Wohnungen.

Spezielle Schutzmaßnahmen für die Demontage und Entsorgung

Wer auf Nummer sicher gehen und etwaige Gesundheitsrisiken komplett ausschließen möchte, sollte bei der Demontage und Entsorgung fest gebundener Asbestprodukte auf einen Fachbetrieb vertrauen. Dieser verfügt über das erforderliche Fachwissen und ergreift spezielle Schutzmaßnahmen. Zudem können Fachbetriebe durch Entnahme von Proben im Vorfeld überprüfen, ob überhaupt eine Asbestbelastung gegeben ist.

Qualifizierte Fachbetriebe setzen unter anderem die folgenden Maßnahmen ein, um höchste Sicherheit zu gewährleisten:

  • Tragen von geeigneter Schutzausrüstung: Experten für die Demontage und Entsorgung von Asbest verwenden Schutzanzüge und Atemschutzmasken, um sich vor Asbestexposition zu schützen.
  • Kontrollierte Demontagemethoden: Sie wenden kontrollierte Demontagemethoden an, um die Freisetzung von Asbestfasern zu minimieren und den Arbeitsbereich zu isolieren und Kontamination zu verhindern.
  • Sichere Verpackung und Entsorgung: Das Asbestmaterial wird in speziellen Behältern sicher verpackt und gemäß den geltenden Vorschriften und Bestimmungen entsorgt.
  • Gründliche Reinigung: Nach der Demontage erfolgt eine gründliche Reinigung des Arbeitsbereichs und der Werkzeuge, um jegliche Spuren von Asbest zu entfernen.

Kosten der fachgerechten Entsorgung fest gebundener Asbestprodukte

Die Kosten für die fachgerechte Entsorgung fest gebundener Asbestprodukte können je nach Umfang des Projekts variieren. Faktoren wie die Produktmenge, der Zustand der Materialien, die Zugänglichkeit des Arbeitsbereichs und der Standort spielen eine Rolle bei der Preisgestaltung.

Um eine genaue Kostenschätzung für ein Sanierungsprojekt zu erhalten, empfehlen wir, sich an einen erfahrenen Fachbetrieb wie AsbestBusters zu wenden.